
Ayatollah Khomeini: Leben, Exil und Islamische Revolution
Wer den Iran heute verstehen will, kommt an einem Namen nicht vorbei: Ayatollah Khomeini. Der Gelehrte aus der Provinz wurde zum Revolutionär, lebte jahrelang im Exil und schuf eine der umstrittensten Staatsformen der Moderne. Seine Rückkehr 1979 veränderte den Nahen Osten für immer. Dieser Artikel zeichnet seinen Weg nach – von der Geburt in Khomein bis zu seiner Beerdigung, an der Millionen Abschied nahmen.
Geburtsdatum: 17. Mai 1900 · Todesdatum: 3. Juni 1989 · Rolle: Erster Oberster Führer des Iran · Ehepartnerin: Khadijeh Saqafi · Anzahl Kinder: 7
Kurzüberblick
- Khomeini führte die Islamische Revolution 1979 an (WDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk))
- Er starb am 3. Juni 1989 in Teheran (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
- Die genauen Umstände seines Frankreich-Exils sind nicht vollständig dokumentiert (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk))
- Die Anzahl überlebender Kinder wird teils mit 5, teils mit 2 angegeben (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk))
- 1964: Verhaftung und Exil (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv))
- 1. Februar 1979: Rückkehr aus Frankreich (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk))
- Die Islamische Republik besteht unter Khomeinis Nachfolger Ali Khamenei fort (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
- Khomeinis Ideologie prägt bis heute die Innen- und Außenpolitik des Iran (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
Sechs zentrale Fakten zeigen das Leben Khomeinis auf einen Blick:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vollständiger Name | Ruhollah Mostafavi Musavi Khomeini |
| Geburtsort | Khomein, Iran |
| Todesort | Teheran, Iran |
| Ehepartnerin | Khadijeh Saqafi |
| Anzahl Kinder | 7 |
| Nachfolger | Ali Khamenei |
Wofür war Ayatollah Khomeini bekannt?
Welche Rolle spielte er in der Islamischen Revolution?
- Khomeini war der religiöse und politische Führer der Islamischen Revolution von 1979 (WDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk)).
- Nach dem Referendum vom 30. März 1979 rief er am 1. April 1979 die Islamische Republik Iran aus (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).
Die Verfassung vom 3. Dezember 1979 verankerte ihn als Revolutionsführer und obersten Rechtsgelehrten auf Lebenszeit (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).
Die Implikation: Ein einzelner Gelehrter hatte fortan die Oberhoheit über alle Staatsgewalten – eine Machtkonzentration ohne Beispiel in der modernen schiitischen Welt.
Was war Khomeinis politische Ideologie?
Khomeini postulierte die dauerhafte Gültigkeit islamischer Gesetze und entwickelte die Lehre des Velayat-e Faqih (Wächteramt des Rechtsgelehrten) (WDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk)). Diese Ideologie begründet die politische Führung durch einen schiitischen Gelehrten.
Khomeini machte aus einer religiösen Autorität eine Staatsgewalt – ein Modell, das bis heute in Teheran gilt.
Warum wurde Khomeini aus dem Iran verbannt?
Wann und wohin wurde er verbannt?
- Nach Protesten gegen die Weiße Revolution und gegen diplomatische Immunität für US-Militärberater wurde Khomeini am 4. November 1964 verhaftet und ausgewiesen (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv)).
- Zunächst lebte er im irakischen Nadschaf, bis Saddam Hussein ihn 1978 auswies (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv)).
- Frankreich nahm Khomeini auf – von dort kehrte er am 1. Februar 1979 nach Teheran zurück (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk)).
Das Exil machte Khomeini zur Symbolfigur des Widerstands. Der Preis: 15 Jahre fern der Heimat.
Was ist mit Ayatollah Khomeini passiert?
Wie starb Ayatollah Khomeini?
Khomeini erlitt am 3. Juni 1989 einen Herzinfarkt und starb in Teheran (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).
Wann starb Ayatollah Khomeini?
Das Datum ist der 3. Juni 1989 – ein Schicksalstag für den Iran.
Wer war der Nachfolger von Ayatollah Khomeini?
Noch am selben Tag wählte der Expertenrat Ali Khamenei zum neuen Obersten Führer (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).
Wo fand die Beerdigung von Ayatollah Khomeini statt?
Millionen Trauernde nahmen in Teheran Abschied – eine der größten Beerdigungen der Geschichte. Die Menge riss den Sarg fast aus den Händen, sodass die Zeremonie wiederholt werden musste.
Khomeinis Tod offenbarte, wie tief seine Person die iranische Gesellschaft gespalten hatte: Trauer und Hysterie, aber auch erste Zweifel an der Nachfolge.
Wie viele Frauen hatte Ayatollah Khomeini?
Wie viele Kinder hatte Ayatollah Khomeini?
- Khomeini war nur einmal verheiratet – mit Khadijeh Saqafi, die er 1929 heiratete.
- Das Paar hatte sieben Kinder, von denen mehrere im Kindesalter starben. Die genaue Zahl der überlebenden Kinder ist umstritten: manche Quellen nennen fünf, andere zwei (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv)).
Die Unsicherheit zeigt: selbst in biografischen Kernfragen klaffen Forschungslücken.
Warum kämpfte Saddam gegen Khomeini?
Welche Rolle spielte der Iran-Irak-Krieg?
Saddam Hussein begann 1980 den Angriffskrieg gegen den Iran, weil er die Ausbreitung der schiitischen Revolution fürchtete und territoriale Ansprüche verfolgte. Der Krieg dauerte acht Jahre und forderte Hunderttausende Tote.
Die Implikation: Khomeini nutzte den Krieg, um die Revolution zu konsolidieren – Saddam festigte dadurch seine Diktatur. Ein blutiger Stillstand.
Zeitleiste: Stationen eines Lebens
- 17. Mai 1900 – Geburt in Khomein (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
- 4. November 1964 – Verhaftung und Ausweisung ins Exil (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv))
- 1978 – Ausweisung aus dem Irak durch Saddam Hussein (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv))
- 1. Februar 1979 – Rückkehr aus dem französischen Exil (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk))
- 1. April 1979 – Ausrufung der Islamischen Republik Iran (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
- 1980–1988 – Iran-Irak-Krieg
- 3. Juni 1989 – Tod in Teheran (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Khomeini starb am 3. Juni 1989 (Wikipedia (freie Enzyklopädie))
- Er hatte eine Ehefrau: Khadijeh Saqafi
- Er war der erste Oberste Führer des Iran
- Er wurde 1964 wegen Kritik an der Regierung verbannt (Schweizerisches Bundesarchiv (staatliches Archiv))
Was unklar ist
- Die genauen Umstände seines Exils in Frankreich sind lückenhaft (Deutschlandfunk (öffentlich-rechtlicher Hörfunk))
- Die Anzahl seiner überlebenden Kinder variiert in den Quellen
Stimmen und Perspektiven
»Die islamische Regierung ist eine Regierung des Gesetzes. Nicht der Wille eines Einzelnen, sondern der Wille Gottes ist die Grundlage.«
– Ayatollah Khomeini, zitiert in WDR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk)
»Khomeini verband religiöse Autorität mit politischer Macht – eine Innovation, die den schiitischen Islam dauerhaft veränderte.«
Für den Iran und die Region ist die Bilanz eindeutig: Khomeini schuf ein politisches System, das bis heute Bestand hat – aber um den Preis eines achtjährigen Krieges, internationaler Isolation und einer tiefen Spaltung der Gesellschaft. Wer die islamische Republik verstehen will, muss Khomeini verstehen, sonst bleibt sie ein Rätsel.
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Während Khomeini die Monarchie stürzte, musste Kaiserin Farah Pahlavi ebenfalls ins Exil fliehen.
Häufig gestellte Fragen
War Khomeini ein Prophet?
Nein. Im schiitischen Islam gilt Khomeini als Rechtsgelehrter (Ayatollah) und nicht als Prophet. Propheten werden nur im Koran genannt.
Wie wurde Khomeini Oberster Führer?
Nach der Revolution von 1979 wurde er durch die neue Verfassung als Revolutionsführer auf Lebenszeit eingesetzt. Der Expertenrat bestätigte diese Rolle später.
Welche Rolle spielte Khomeini im Iran-Irak-Krieg?
Als Oberster Führer hatte er das letzte Wort über Krieg und Frieden. Er lehnte 1982 einen Waffenstillstand ab und trieb den Krieg bis 1988 weiter.
War Khomeini während seines Exils politisch aktiv?
Ja. Im Irak und später in Frankreich verbreitete er Tonbandkassetten mit Reden, die zur Revolution im Iran aufriefen. Das Exil war seine wichtigste Bühne.
Wie wird Khomeini heute im Iran gesehen?
Das Bild ist gespalten: Seine Anhänger verehren ihn als Gründervater, Kritiker sehen in ihm den Urheber eines autoritären Systems. Die offizielle Staatspropaganda verklärt ihn.
Was ist Velayat-e Faqih?
Das »Wächteramt des Rechtsgelehrten« ist Khomeinis Staatsdoktrin: Ein schiitischer Gelehrter hat die Oberhoheit über alle Staatsgewalten. Diese Lehre ist bis heute die Verfassungsgrundlage des Iran.